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Ein Hoch auf die Frauen in der Cybersicherheit

9 März 2022

Wome's Day

 

Der Bedarf an mehr und umfassenderer Cybersicherheit wächst stetig, der Sektor boomt. Was ihm nach wie vor fehlt ist hinreichende Geschlechterdiversität.

Viele sind sich nicht ausreichend bewusst, wie groß die Bandbreite an Möglichkeiten innerhalb der Branche eigentlich ist. Möglicherweise einer der Faktoren, der Frauen davon abhält, Cybersicherheit bei der Jobauswahl in Betracht zu ziehen. Der Bereich wirkt ausschließlich hoch technisch und wenig geeignet Frauen das richtige Umfeld zu bieten, um sich entfalten zu können. Hinzu kommt, dass die MINT-Berufe traditionell von Männern dominiert sind und sich nicht gerade durch Diversität auszeichnen. Angesichts der anstehenden Herausforderungen ist es nicht nur wichtig, Frauen in diesem Bereich zu fördern, sondern hervorzuheben, dass Cybersicherheit ein fantastisches Berufsfeld ist – wenn die Voraussetzungen stimmen.

Statistisches

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2020 beklagen 43 % der britischen Unternehmen einen Mangel an Sicherheitsfachkräften, und im Bewerberpool fehlen jährlich rund 10.000 Mitarbeiter speziell in der Cybersecurity. Weltweit sind die Zahlen ähnlich.

Einer der limitierenden Faktor ist, dass zu wenige Frauen sich der Branche zuwenden. Oftmals eine direkte Folge des Mangels an Frauen in Führungspositionen. Tatsächlich sind nur 10 % der Vorstandspositionen in den weltweit führenden Unternehmen für Cybersicherheit von Frauen besetzt. Leider legen nicht genug Unternehmen Wert auf Diversität, so dass in der gesamten Branche weiterhin ein massiver Fachkräftemangel vorherrscht. Und ein Mangel an Diversität ist schließlich auch ein Mangel an Ideen.

Wider die Voreingenommenheit

Der diesjährige Internationale Frauentag steht unter dem Motto „Break the bias (Stoppt die Voreingenommenheit)“. Anlässlich des Frauentags am 8. März stellt  Obrela zwei seiner Mitarbeiterinnen vor, die an dieser Stelle ihre Erfahrungen schildern. Sie geben Einblick in die Situation von Frauen in Führungspositionen in der Cybersicherheitsbranche.

Konstantia Barmpatsalou, Security DevOps Engineer bei Obrela

Wie und wo haben Sie Ihre Karriere im Bereich Cybersecurity begonnen?

KB: Ich habe meinen Master-Abschluss in Information Systems Management (Wirtschaftsinformatik) gemacht und dann beschlossen, etwas Neues auszuprobieren, um mich einer neuen Herausforderung zu stellen. Ich haben einen Master in Informationssicherheit darauf gesetzt und die digitale Forensik für mich entdeckt. Anschließend habe ich in Portugal zur Implementierung neuer mobiler forensischer Datenanalysemechanismen promoviert. Das waren gute Erfahrungen. So gut, dass ich beschlossen habe, mir in diesem Bereich einen Job zu suchen, und so kam ich schließlich zur Cyberbranche.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie in einer von Männern dominierten Branche?

KB: Anfangs war es sehr schwierig, in Griechenland einen Job zu bekommen. Unter den Arbeitgebern dominierte ein ziemlich vergiftetes Klima, und man konnte das Gefühl bekommen, dass männliche Bewerber gegenüber Frauen grundsätzlich bevorzugt wurden. Es herrschte eine richtige Kleinstadtmentalität, mit der musste ich mich auf dem Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Ich habe in meiner Karriere viel Mansplaining erlebt. Ich wurde behandelt, als könnte ich nicht so viel wissen wie ein Mann. Und das mit zwei Master- und einem Doktortitel! Ich musste immer ein bisschen mehr geben, um meinen Wert unter Beweis zu stellen – was mir am Ende auch gelang. Zum Glück habe ich Obrela gefunden, dort legt man mehr Wert auf Teamfähigkeit als auf das Geschlecht.

Welchen Rat würden Sie anderen Frauen geben, die einen Job in der Branche in Erwägung ziehen?

Haben Sie keine Angst, falsch zu liegen oder Fehler zu machen. Sie werden immer wieder auf unerwünschte, unschöne Verhaltensweisen und Einstellungen stoßen. Aber wenn Sie an Ihre Arbeit und Ihr Talent glauben, haben Sie die Möglichkeit, ein besseres, gesünderes Umfeld schaffen und lernen, sich zu entfalten.

Georgia Michala, Cybersecurity Engineer bei Obrela

Was hat Sie inspiriert, in die Cybersecurity-Branche zu gehen?

GM: Während meines Studiums habe ich an einem Projekt zum Thema Cybersicherheit gearbeitet. Das hat mir die Augen geöffnet, wie weit verbreitet das Problem weltweit ist. Das hat mich inspiriert, mehr zu lernen, wie ich meine Fähigkeiten nutzen kann, um anderen zu helfen. Kein Tag ist wie der andere, und der Job wird nie langweilig.

Was haben Sie erreicht, auf das Sie besonders stolz sind?

GM: Ich bin stolz auf meinen Werdegang und darauf, dass ich es geschafft habe, als Ingenieurin in der Cyberbranche Fuß zu fassen. Selbst in einem traditionell von Männern dominierten Bereich.

Was muss sich Ihrer Meinung nach in der Branche ändern, damit sie für alle zugänglicher wird?

GM: Jedes Unternehmen braucht klare und praktische Richtlinien zur Förderung der Gleichstellung und zur Verhinderung von Diskriminierung am Arbeitsplatz. Die Auswahl einer Person für eine bestimmte Position sollte ausschließlich auf der Grundlage von Leistung und Fähigkeiten getroffen werden, also unvoreingenommen. Insbesondere wenn es um das Geschlecht geht. Das Geschlecht ist irrelevant für die Fähigkeit einer Person, eine Aufgabe zu erfüllen. Aus diesem Grund setzt Obrela auf #BreaktheBias.

Angeliki Androutsopoulou

Wie genau lautet Ihre Berufsbezeichnung? Wie sieht ein Tag in Ihrem Leben aus? 

AA: Ich bin Officer im OBRELA LABS-Team, das für die vom Unternehmen bereitgestellten Exposure Management Services verantwortlich ist. Zu meinem Arbeitsalltag gehört eine Vielzahl von Aufgaben, von der Projektplanung und -koordinierung über das Management von Teams bis hin zur Kommunikation mit Kunden und der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit. 

Wie und wo haben Sie Ihre Karriere im Bereich Cybersecurity begonnen?

AA: Ich habe meine Karriere in einer reinen Managementfunktion begonnen. Dabei habe ich meine Erfahrungen im Management von IKT-Projekten genutzt, um mir Fachwissen über Cybersicherheitsprojekte anzueignen. Die Übernahme meiner jetzigen Position gab mir jedoch die Möglichkeit, mir mehr technisches Wissen anzueignen und in das Gebiet einzuarbeiten. Cybersicherheit ist eine Branche, die sich sehr schnell entwickelt Branche. Die geschäftlichen Herausforderungen wachsen stetig und sie verändern sich kontinuierlich. Für jeden Neuling auf dem Gebiet ist das ziemlich anspruchsvoll. 

Was ist etwas, auf das Sie stolz sind, es erreicht zu haben?

AA: Definitiv auf meine Promotion, wenn auch nicht in der Cybersicherheit, sondern im weiteren IKT-Bereich – immer noch ein von Männern dominierter Sektor. Auch die Tatsache, dass ich die einzige Frau in einem Team mit sechs Männern bin, wird manchmal schon als Erfolg gewertet.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie als Frau in einer von Männern dominierten Branche?

AA: Als einzige Frau im Team werden Sie oft wie eine Außenseiterin behandelt – ich habe schon Situationen erlebt, in denen die Leute meine Meinung aufgrund dessen einfach ignoriert haben. Denken Sie auch an Projekte in Regionen, in denen die Rolle der Frau an Geschlechterstereotypen festgemacht wird. Aber gleichzeitig habe ich das Glück, dass ich viel Unterstützung von meinem Team bekomme.

Welchen Rat würden Sie anderen Frauen geben, die in diese Branche gehen wollen?          

AA: Seien Sie einfach selbstsicher und geben Sie nicht auf. Der Markt wächst so schnell und es ist Platz für alle. 

Wie konnten Sie Voreingenommenheit in Communities und am Arbeitsplatz entgegentreten? 

AA: Indem ich meine Arbeit gut und richtig mache. Und ich lasse nicht zu, wenn andere bestreiten, dass Frauen für solche Positionen geeignet sind.

Wie haben Sie selbst andere Frauen unterstützt, mit denen Sie in der Branche zusammengearbeitet haben?  

AA: Indem ich sie ermutigt und ihnen bei Bedarf praktische Hilfe und moralische Unterstützung gegeben habe. Darüber hinaus ist es immer eine gute Option, talentierten Frauen, die für eine Stelle in Frage kommen, einen Job zu empfehlen. Einerseits um sie zu unterstützen, andererseits um die Präsenz von Frauen in der Branche zu erhöhen. 

Was muss sich Ihrer Meinung nach in der Cyberbranche ändern, damit sie für alle zugänglicher wird?

AA: Ich denke, das ist eine Frage der Zeit. Schon in den vier Jahren, in denen ich selbst bei einem Cybersecurity-Unternehmen bin, hat die Zahl der weiblichen Mitarbeiter nicht nur zugenommen, Frauen übernehmen auch mehr und mehr anspruchsvolle technische Aufgaben und Verantwortung. Natürlich sollte die Gleichstellung der Geschlechter in den Grundwerten der jeweiligen Unternehmen verankert sein. Schon um jeglicher Voreingenommenheit Einhalt zu gebieten und Inklusion zu fördern.

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